Immo-Blog

In unserem Immo-Blog bringen wir Ihnen Interessantes und Wissenswertes rund um Immobilien und Wohnen näher. Verschiedene Experten bringen das Wichtigste aus ihrem Spezialgebiet auf den Punkt. Wir wünschen viel Spass beim Lesen!

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#1 Raum und Mensch
#2 Fasten für die Räume 
#3 Wohnen mit Farbe
#4 Wohnungssuche richtig gemacht

#5 Kann ich mir ein Eigenheim leisten?
Die wichtigsten Faustregeln für die Finanzierung

von Andri Peer*

Träumen auch Sie von den eigenen vier Wänden? Vom Bau eines freistehenden Einfamilienhauses im Grünen, einer Wohnung im Stadtzentrum oder dem Erwerb eines Alterswohnsitzes, am liebsten mit guter Anbindung an den ÖV? Die aktuell noch immer tiefen Hypothekarzinsen machen den Erwerb von Wohneigentum besonders lohnenswert.

Doch wie erfülle ich mir den Traum eines Eigenheims? Zunächst gilt es zu erwägen, welche Immobilie finanziell überhaupt in Frage kommt und wie die langfristige Finanzierung gesichert wird. Eine sorgfältige Analyse der persönlichen finanziellen Lage und eine unabhängige Beratung schaffen die Basis, um die Zeit im Eigenheim sorglos geniessen zu können.

Die folgenden Tipps helfen, die Finanzierung Ihrer eigenen Traum-Immobilie von Beginn an auf ein solides Fundament zu stellen.

Voraussetzungen für eine Hypothek

Um eine Finanzierung für den Erwerb einer Immobilie aufnehmen zu können, müssen zwei grundlegende Anforderungen erfüllt sein. Die Faustregeln hierfür lauten:

1. Faustregel 80:20 ¦ 80 % Hypotheken, 20 % Eigenkapital
Habe ich genug gespart für einen Eigenheimkauf? Die Faustregel besagt, dass 80 % des Kaufpreises mittels Hypotheken finanziert werden, während Sie 20 % aus eigenen Mitteln beisteuern müssen. Für selbstgenutztes Wohneigentum gilt: Mindestens 10 %, also die Hälfte des Eigenkapitals, sollten „echtes“ Vermögen sein. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Kontoguthaben, einen Erbvorbezug, den Rückkaufswert einer Versicherungspolice oder Gelder aus der Säule 3a. Die anderen 10 % können mittels eines Vorbezugs oder einer Verpfändung Ihrer beruflichen Vorsorge (Pensionskasse oder Freizügigkeitskonto) bestritten werden.

2. Faustregel 33 %
Die Tragbarkeit muss gegeben sein. Die Faustregel für die Tragbarkeitsberechnung lautet: Maximal 33 % Ihres Brutto-Einkommens sollten Sie für Ihre Eigenheim insgesamt pro Jahr aufwenden. Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus Zinsaufwendungen, Amortisationen und den Kosten für den Unterhalt.

Tragbarkeitsberechnung

Die kreditgebenden Institute wenden für die Tragbarkeitsrechnung allerdings nicht den aktuellen (und historisch sehr tiefen) Zinssatz an, sondern rechnen mit einem kalkulatorischen Zins von 5 %. Das folgende Beispiel zeigt das Dilemma, welches in Bezug auf die Berechnung der Tragbarkeit in der Realität nicht selten vorkommt:

Ein Ehepaar mit zwei Kindern hat ein Haushaltseinkommen von CHF 10’000 im Monat und verfügt über ein Eigenkapital von CHF 180’000. Damit wäre es ihnen möglich, ein Eigenheim für CHF 900’000 zu erwerben. Für die Liegenschaftskosten müsste die Familie gemäss aktuellem Zinsniveau monatlich rund CHF 1’650 aufwenden (Zinsen für eine 15-jährige Festhypothek und Nebenkosten). Zusätzlich müssen für die Pflichtamortisation monatlich weitere rund CHF 750 eingerechnet werden. Da das Finanzierungsinstitut aber mit einem kalkulatorischen Zins von 5 % rechnet, verdreifachen sich die kalkulatorischen Zinskosten auf CHF 3’000.

Resultat: Die Finanzierung ist gemäss diesem Berechnungsmodell nicht tragbar, obwohl mit den aktuellen Konditionen einer langfristigen Festhypothek (z.B. über die Amortisationszeit von 15 Jahren) die Tragbarkeit problemlos gewährleistet wäre.

  Tragbarkeitsrechnung mit dem kalkulatorischen Zinssatz von 5% Tragbarkeitsrechnung mit dem aktuellen Zinssatz (1.65%) für
eine 15-jährige Festhypothek
Zinsaufwendungen CHF 3’000 CHF 990
Nebenkosten CHF 750 CHF 750
Amortisationen CHF 750 CHF 750
Total pro Monat CHF 4’500 CHF 2’490
Tragbarkeit in % 45% 25%

 

Tragbarkeitsrechner

Mit dem Tragbarkeitsrechner von MoneyPark können Sie die Tragbarkeit einer Hypothek ganz einfach errechnen. Wichtig zu wissen: Der Rechner geht dabei immer von einem kalkulatorischen Zinssatz von 5% aus, auch wenn der derzeitige effektive Zinssatz deutlich darunterliegt.

Um also wirklich sicher zu gehen, ob und wie der Erwerb Ihrer Traumimmobilie langfristig finanzierbar wird, lassen Sie sich umfassend und unabhängig beraten.

Und lesen Sie hier demnächst mehr über die Wahl der für Sie idealen Hypothek sowie die Möglichkeiten der Amortisation u.v.m.

 

* Der Experte: Andri Peer ist Leiter der Filiale Sargans der MoneyPark AG. MoneyPark bietet persönliche und unabhängige Beratung und begleitet Sie auf dem gesamten Weg ins Eigenheim: von der Finanzierung über die Vorsorgeberatung und Steueroptimierung bis hin zu einer späteren Anschlussfinanzierung. Mit einem Netzwerk von über 100 Partnern findet MoneyPark die optimale Kombination aus bester Finanzierung und vollumfänglicher Absicherung.


#4 Wohnungssuche richtig gemacht

von Peter Krebs*

Steht bei Ihnen ein Umzug wegen beruflichen oder persönlichen Veränderungen an? Oder haben Sie sich letztens über den mangelnden Platz, die zu kleine Küche oder den fehlenden Balkon in Ihrer Wohnung geärgert?

Beim aktuell attraktiven und umfangreichen Angebot an freien Mietwohnungen, hat sich sicherlich schon mancher Gedanken über seine aktuelle Wohnsituation gemacht. Wenn Sie sich entscheiden, aktiv auf Wohnungssuche zu gehen, gilt es einige Punkte zu beachten, um effizient ans Ziel „Traumwohnung“ zu kommen.

Checkliste mit Muss-Kriterien

Machen Sie sich zuerst eine Liste mit Kriterien, welche eine Wohnung unbedingt erfüllen muss. Zum Beispiel den maximalen Mietzins, Anzahl der Zimmer, Balkon oder Terrasse, Dusche oder Badewanne, Nähe zu ÖV oder Einkaufsmöglichkeiten, etc.

Beim Durchforsten der Inserate achten Sie darauf, dass die ausgesuchten Wohnungen Ihre Bedürfnisse decken. Gibt es zur ausgeschriebenen Wohnung die gewünschte Anzahl Parkplätze? Sind allenfalls Haustiere erlaubt? Sollte das Inserat nicht alle Ihre Kriterien erwähnen, fragen Sie beim Vermieter oder Verwalter nach. Sie sparen sich so Besichtigungen von Wohnungen, welche sowieso nicht in Frage kommen.

Beachten Sie für die anstehende Wohnungsbesichtigung folgende Tipps: Vereinbaren Sie einen Termin bei guten Lichtverhältnissen, also tagsüber. Lassen Sie sich genügend Zeit, um alle Räume anzuschauen, halten Sie inne um auf die Lärmverhältnisse zu achten. Ist die Besonnung resp. Ausrichtung der Wohnung Ihren Wünschen entsprechend? Lassen Sie sich alle Neben- und Gemeinschaftsräume (Keller, Waschküche, Tiefgarage, etc.) zeigen. Und ganz wichtig: machen Sie selbst einen guten Eindruck – sind Sie höflich und freundlich.

Umzug bringt Kosten mit sich

Beachten Sie, dass ein Umzug auch mit Kosten verbunden ist – eventuell ein Umzugsunternehmen, die Reinigung der alten Wohnung, sofern Sie diese nicht selber machen möchten, die Mietkaution für die neue Wohnung (1 bis 3 Monatsmieten), eventuelle Neuanschaffungen von zusätzlichen Möbeln. Ein Budget machen lohnt sich.

Wenn Sie Ihre neue Traumwohnung gefunden haben, beachten Sie, dass Sie bei der alten Wohnung eine Kündigungsfrist haben (üblicherweise 3 Monate). Achten Sie auch auf die Kündigungstermine in Ihrem Mietvertrag. Wenn Sie über Monate zwei Wohnungen bezahlen müssen, geht dies schnell ins Geld.

Wir sind überzeugt, dass Sie mit diesen wenigen Tipps Ihre Traumwohnung finden und wünschen Ihnen viel Erfolg.

Der Immo-Tipp im Sarganserländer (PDF)


* Der Experte:
Peter Krebs ist Leiter Bewirtschaftung bei der Prefera Immobilien AG.


#3 Wohnen mit Farbe

von Fatima Tschenett*

Wussten Sie, dass die Farbe Blau die Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflussen kann? Rot den Blutdruck beim Betrachter ansteigen lässt und Gelb das Nervensystem anregen kann? Jede Farbe hat ihre eigene Wirkung – und selbstverständlich empfindet jeder Mensch Farben anders, trotzdem bestehen Parallelen in der Art und Weise wie die Farben auf Menschen wirken und wie sie diese erleben.

Lasst uns eintauchen in die bezaubernde Welt der Farben. Indem wir Farben mit Bedacht wählen und gezielt einsetzen, können wir das Wohlfühlpotenzial in unseren Wohnräumen bedeutend steigern. Ob wir nun Wände bunt gestalten, Möbel, Stoffe oder Accessoires in bestimmten Farben wählen – die Möglichkeiten der Farbgestaltung im Wohnraum, sind fast unbegrenzt.

Ein kurzer Blick auf die wichtigsten Grundregeln der Farbgestaltung hilft, die Farben im Wohnraum optimal einzusetzen:

  • Farbwirkung
  • Farbkombinationen
  • Bestehende Materialien und Farben berücksichtigen
  • Zweck und Atmosphäre (Emotion) des Raumes
  • Grösse, Form sowie Licht des Raumes
  • Zusammenhängende Räume berücksichtigen


Farbwirkung

Gelb
Gelb ist wie der Sonnenschein, es wirkt einladend, wärmt und kann dunkle Räume aufhellen. Es gibt dem Raum eine heitere Atmosphäre, unterstützt bei «geistigen» Arbeiten und fördert den Optimismus. Zu viel und zu intensives Gelb kann Nervosität auslösen.

 

Orange

Orange kann die Kreativität anregen. Diese Farbe ist sehr vital und energiegeladen und ideal in einem Raum, wo Menschen sich treffen. Es unterstützt das Miteinander, wirkt ansteckend und motiviert mitzumachen.
Zu viel Orange kann die Sinne überstrapazieren.

 

Rot
Rot ist nicht zu übersehen, ist sehr präsent und fällt auf. Die Farbe Rot bringt etwas in Bewegung – wärmt und aktiviert den Körper. Ein Raum in Rot wirkt dynamisch. Zudem ist Rot auch die Farbe der Liebe und der Sinnlichkeit.
Zuviel Rot kann aggressiv machen.

 

Blau
Blau verkörpert Frische und Sauberkeit. Es kann warme und stickige Räume abkühlen und weiter erscheinen lassen. Blau ist die Farbe der Ruhe, Entspannung und der Harmonie. Sie hilft bei Schlaf- und Konzentrationsproblemen.
Zuviel Blau kann kühl und distanziert wirken.

 

Grün
Grün ist die Farbe der Natur. Es schafft Weite und vermittelt ein Gefühl von Ruhe. Gleichzeitig wirkt es belebend und frisch und gibt einem das Gefühl „Luft zu holen“. Grün unterstützt beim Denken und hilft Neues zu beginnen.
Wenn Grün alleine angewendet wird, vor allem ein dunkles oder sehr kühles Grün, kann der Raum kalt und «einsam» wirken.

 

Braun
Gibt Geborgenheit, Schutz und Stabilität. Wirkt sehr beruhigend. Braun ist ideal um einen persönlichen Rückzugsort zu gestalten. Es vermittelt eine behagliche Atmosphäre. Man fühlt sich aufgehoben. Zuviel Braun kann Passivität auslösen.

 

Schwarz
Schwarz unterstützt die Wirkung von anderen Farben und kann inspirierend wirken. Man kann Schwarz als Blickfang einsetzen – in Kombination mit Naturtönen und Gold wirkt es edel.
Schwarz alleine, kann hart und abweisend sein, es schluckt viel Energie und Licht.

 

Weiss
Weiss vermittelt Offenheit, Freiheit und Ruhe. Es ist «neutral». Macht kleine Räume gross und weit. Diese Farbe unterstützt das «Nachdenken». Weiss ist ideal als Kontrast zu anderen Farben.
Zu viel Weiss kann distanziert und klinisch rein wirken.

 

Farbkombinationen

Die Qual der Farbwahl und -kombinationen ist gross. Ein paar einfache Tipps aus dem Farbkreis helfen, den richtigen Ton zu finden und Farben untereinander zu kombinieren.

 

Farbfamilien – Ton in Ton

Beim Einsetzen von Farben aus der gleichen Familie (z.B. verschiedene Grüntöne) in verschiedenen Nuancen und unterschiedlicher Dichte kann man fast nichts falsch machen. Eine Ton-in-Ton Kombination wirkt meistens angenehm und stimmig. Dabei ist wichtig zu beachten, dass man die gesamte Hell-Dunkel-Bandbreite der Farben ausnützen sollte. Für die Wände können z.B. helle Farbtöne gewählt werden. Für Accessoires und Möbel eher dunklere.


Komplementärfarben / belebend

Wenn man ein bisschen mutiger sein will, kombiniert man Farben, welche sich im Farbkreis gegenüber liegen – die sogenannten Komplementärfarben. Diese Farbkombination lebt vom Gegensatz und lässt einen Raum sehr belebend und erfrischend wirken. Man wählt z.B. die Wandfarbe aus einer Farbfamilie, welche einem anspricht und setzt Akzente mit Accessoires in der Komplementärfarbe. Bei dieser Kombination ist es wichtig, dass die Farben in der Intensität unterschiedlich sind, also zarte Töne mit aktiven kombinieren, ansonsten kann es zu «intensiv» wirken. Diese mutige Kombination erträgt als Ausgleich neutrale Farbtöne wie beige und weiss sehr gut.

Bestehende Materialien und Farben berücksichtigen

Damit der Gesamteindruck stimmig wird, ist es wichtig, dass man bei der Farbwahl, die bestehenden Materialien, welche im Raum bereits vorhanden sind und nicht verändert werden können, berücksichtigt. Ein Fussboden wirkt ebenso stark in ein Farbkonzept ein, wie eine Türe oder ein Sofa, welches nach der neuen Farbgebung bestehend bleibt wie es ist.

 

Zweck und Atmosphäre (Emotion) des Raumes

Welche Nutzung hat der Raum? Welche Atmosphäre und Stimmung soll dort herrschen? Diese Fragen sind ebenfalls wichtiger Bestandteil für die Farbgebung eines Raumes. Ruhige Räume, welche der Erholung und dem Schlaf dienen, sollten eher in dezenten Farben gestaltet werden. Räume wo der Alltag stattfindet, die Familie oder Freunde sich aufhalten, können ruhig etwas aktiver und belebender gestaltet sein.

 

Grösse, Form sowie Licht des Raumes

Die Grösse und Form eines Raumes können mit Farben unterstützt werden. Die Decke in einem niedrigen Raum sollte unbedingt hell sein, wogegen eine dunkle Decke einem sehr hohen Raum eine gewisse «Gemütlichkeit» zurückgeben kann. Ein kleiner enger Raum sollte eher mit hellen, sanften Pastellfarben gestrichen werden. Dunkle Farben sind eher für grössere Räume geeignet.

Die Lichtverhältnisse in einem Raum, sei dies Tageslicht oder auch künstliches Licht, sind massgebend, ob ein Farbkonzept gut wirkt oder nicht. Möchte man nur eine Wand im Raum streichen, dann empfiehlt es sich jene Wand zu wählen welche möglichst frei ist von Fenstern und Türen und wo das Tageslicht darauf scheint. Mit künstlichem Licht wie beispielsweise Spots, Stehlampen, Hintergrundbeleuchtung etc. kann man die Stimmung im Raum sehr gut beeinflussen.

 

Zusammenhängende Räume berücksichtigen

Damit die ganze Wohnung ein harmonisches Gesamtbild ergibt, sollte man ein Farbkonzept nie nur auf einen Raum alleine abstimmen. Durch eine geöffnete Türe zum Beispiel, wird das Nebenzimmer ersichtlich und beeinflusst durch seine Gestaltung und Farben den Gesamteindruck der Farbkomposition der ganzen Wohnung. Am besten hält man sich bei der Farbwahl von Räumen, welche sich nebeneinander befinden oder gar offen ineinander übergehen, entweder an die gleiche Farbfamilie, oder an Farben, welche sich im Farbkreis nebeneinander befinden oder aber an die Komplementärfarben. Man kann zum Beispiel in einem Raum mit einer Tapete arbeiten und im anderen Raum eine Farbe aus dieser Tapete für die Wand verwenden. Oder man greift mit Accessoires, Kissen, Vorhänge die jeweiligen Farbakzente des Nebenraumes auf.

 

Trend 2018
Zu guter Letzt möchte ich es nicht verpassen die Farbe des Jahres 2018 zu erwähnen. Es ist «Ultra-Violett 18-3838» und sie wird wie jedes Jahr vom Pantone-Institut in Amerika definiert.

Nun, nach all diesen Tipps und Tricks: Vergessen Sie bei all dem nicht, die Freude und den Spass im Umgang mit Farben nicht zu verlieren. Wählen sie Farben, welche Ihnen gefallen, auch wenn Sie vielleicht nicht dem Trend entsprechen. Wählen Sie Farben, welche dem Raum jene Emotion geben, welche Sie sich dafür wünschen und denken Sie daran: Eine Entscheidung für eine Farbe ist keine Lebensentscheidung. Die weisse Farbe im Fachgeschäft geht ganz bestimmt nicht aus – davon hat es genug!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Mut und Freude zur «Farb-Bekennung»!

 

* Die Expertin:Fatima Tschenett führt in Sargans an der Städtlistrasse 51 das atelier sulai / LebensRaumGestaltung. Sie ist gelernte Hochbauzeichnerin und hat über mehrere Jahre Weiterbildungen im Bereich energetische und ganzheitliche Raumgestaltung gemacht. Heute begleitet sie Menschen beim Planen und Gestalten von Wohn- und Geschäftsräumen.

www.atelier-sulai.ch

#2 Fasten für die Räume

von Fatima Tschenett*

„Wie zahlreich sind doch die Dinge derer ich nicht bedarf…“     Sokrates
Dinge machen aus Räumen, Wohn-Räume. Denn jedes Ding prägt, gestaltet und (er)füllt einen Raum. Wir sagen oft, ein Ding ist nur ein Gegenstand. Ein Gegenstand kann uns gegen den Stand stehen, dann sind wir in unserer Bewegung und Entwicklung blockiert und kommen nicht in Fluss. Um dies zu verhindern, sollten wir unseren Räumen regelmässig eine Fastenkur verordnen.

Wer schon einmal gefastet hat, kennt das belebende Gefühl, welches sich einstellt, nachdem man ein paar Tage ohne oder nur mit wenig Nahrung verbracht hat. Genau dieses belebende Gefühl stellt sich auch ein, wenn wir unsere Wohnräume einer Fastenkur unterziehen.

Entschlacken
Jede Fastenkur beginnt mit Entschlacken. Was nicht in den Körper respektive in die Wohnung gehört, soll entsorgt werden. Das, was uns nicht mehr gefällt oder wir nicht mehr brauchen, dürfen und sollen wir loslassen. Es gibt nur zwei Gründe, etwas aufzubewahren: Ich liebe es oder ich brauche es. Wenn einer der beiden Gründe nicht gegeben ist, dann gibt es keine weitere Motivation mehr, es zu behalten. Auch nicht im Keller, im Estrich oder irgendwo in einer Schachtel. Das Sprichwort «Aus den Augen aus dem Sinn», gilt nicht.

Aufräumen
Parallel zur Entschlackungskur beginnt das Aufräumen. Erst wenn jedes Ding im Raum wieder an seinem Platz ist, fliesst die Energie und Blockaden sind «weggeräumt». Wirklich effektiv wird die Fastenkur jedoch erst, wenn beide Schritte, das Entschlacken und das Aufräumen, kombiniert werden. Durch das Entsorgen und Räumen, wird Raum für Neues geschaffen.

Schränke, Bücherregale und sonstige Ablageflächen sind ultimative Hortungsstätten. Hier lagern über Jahre ganz viele Dinge, welche nicht mehr benötigt werden. Ein idealer Ort, um anzufangen zu leeren, zu entsorgen und aufzuräumen.

Dadurch stellt sich ein befreiendes Gefühl ein, die Fastenkur beginnt zu wirken.

Beschädigtes
Löcher in der Wand, ein Nagel ohne Bild, ein tropfender Wasserhahn oder ein zerrissenes Kissen. All das blockiert den Energiefluss. Defekte Dinge verlieren ihren Wert und strahlen Wertlosigkeit aus. Möchte ich, dass diese Energie mit mir in Resonanz steht? Das, was uns umgibt sollte uns etwas bedeuten und wenn beschädigte Dinge uns wichtig sind, sollten wir sie reparieren und wieder in Stand stellen.

Geschenke
Vermutlich hat jeder von uns Geschenke bei sich stehen, welche man zwar dankend angenommen hat, einem aber nicht wirklich gefallen. Das können Bilder, Vasen, irgendwelche Dekoartikel oder sogar Möbel sein. Für ein Geschenk müssen wir Platz schaffen – und das oft unerwartet. Diese Dinge stehen meist unmotiviert herum, strahlen ein befremdliches Gefühl aus und können schwer liebgewonnen werden. Weil nicht wir selber sie ausgewählt haben, sondern eine Drittperson. Deshalb sollten wir uns bewusst sein, dass wir ganz alleine entscheiden, wie wir uns einrichten und welchen Dingen wir einen wertvollen Platz in unseren persönlichen vier Wänden geben wollen.

Reinigung
Nach dem Entschlacken, dem Aufräumen und dem Bewusstwerden von Beschädigten Gegenständen und Geschenken, folgt die Reinigung. Ob Staubwischen, feucht aufnehmen oder Fensterputzen, all das lässt den Raum neu und frei atmen. Unterstützend zur herkömmlichen Reinigung, kann auch mit Düften gearbeitet werden. Je nach Belieben, können die Räume ausgeräuchert oder mit einem erfrischenden Raumduft (Diffusor, Kerze, etc.) gereinigt werden. Auch Musik kann einem Raum ein neues Gefühl geben – vor allem Holzhäuser können die Schwingung des Klanges besonders gut aufnehmen und spürbar werden lassen.

Bewegung
Nach dem Entsorgen, Aufräumen und Reinigen braucht es Bewegung. Möbel und Accessoires, welche nach dem Ausmisten bleiben durften, können und sollen neu angeordnet werden. Bewegen und verschieben ist wichtig, unser Leben macht es vor: Es nimmt seinen Lauf und verändert sich ständig. Dies können wir auch auf unseren Wohnraum ummünzen und Altem einen neuen Platz geben und für Neues Platz machen.

Beim Thema Fasten für die Räume geht es um die grundsätzliche Frage: Haben wir die Dinge, oder haben die Dinge uns? Denn unser Wohnumfeld steht in Resonanz zu uns. Aufgrund dieser Erkenntnis liegt es nun nahe, sich einmal bewusst zu überlegen, was in unserem persönlichen, privaten Rückzugs- und Wohnort eine Daseinsberechtigung hat und was wir loslassen können.


Buchtipps:
Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert, Marie Kondo
Aufgeräumt Leben – Warum weniger Haben mehr Sein ist, Constanze Köpp

 

* Die Expertin:Fatima Tschenett führt in Sargans an der Städtlistrasse 51 das atelier sulai / LebensRaumGestaltung. Sie ist gelernte Hochbauzeichnerin und hat über mehrere Jahre Weiterbildungen im Bereich energetische und ganzheitliche Raumgestaltung gemacht. Heute begleitet sie Menschen beim Planen und Gestalten von Wohn- und Geschäftsräumen.

www.atelier-sulai.ch

#1 Raum und Mensch

von Fatima Tschenett*

Vier Wände, ein Dach über dem Kopf und ein Boden, der Halt gibt – ein Zuhause zu haben, zählt zu den elementaren Bedürfnissen eines jeden Menschen. Ohne, fühlen wir uns nicht wohl und ungeschützt. Dass der Mensch fast neunzig Prozent seiner Zeit in Gebäuden verbringt, sei dies zum Wohnen, Arbeiten oder in der Freizeit, lässt uns bewusst werden, wie wichtig der Raum für den Menschen ist.

Das Zuhause ist der wohl wichtigste Ort und ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Ohne Dach über dem Kopf fühlen wir uns nicht wohl. Doch wie wirken all diese Räume auf uns, die wir täglich betreten? Wie fühlen wir uns? Was machen sie mit uns? Und, was machen wir mit ihnen? Wie gestalten wir sie? Wie richten wir sie ein? Nach all diesen Fragen wird schnell klar, Raum und Mensch sind ein Paar und bilden eine Zweisamkeit.

Was müssen unsere vier Wände uns bieten, damit wir uns in unserem Zuhause wohlfühlen und entwickeln können?

Damit diese Frage beantwortet werden kann, muss man sich des Resonanzprinzips zwischen Raum und Mensch bewusst sein. Der Raum und der Mensch korrelieren und interagieren gewissermassen miteinander.

So wie ich mich fühle, so richte ich mich ein, oder umgekehrt; So wie der Raum ist, so fühle ich mich.

Wenn man um diese Wechselwirkung weiss, kann man sich dieses Wissen zu Nutzen machen – und beginnen, Räume bewusst zu gestalten. Dies ist ein erster Schritt unser Zuhause in einen Kraftort zu verwandeln. Ein Ort, wo man sich gerne zurückzieht, loslässt und Energie tankt.

Die Architektur, welche uns täglich umgibt, beeinflusst unser Fühlen, Denken und Handeln. Dies läuft jedoch meistens unbewusst ab, daher neigen wir dazu, die Wirkung von Räumen zu unterschätzen.  Der Mensch reagiert nicht nur auf Architektur, sondern er wirkt auch auf sie ein, indem er sich Räume mit Einrichtungen und Möbeln zu «eigen» macht. Die Möbel, mit welchen wir unsere vier Wände einrichten, sind im Gegensatz zum Raum, welcher immobil ist, mobil und somit beweglich. So kommen durch die Möbel Bewegung und Individualität in einen Raum. Wenn wir diesen Ort nun nach unseren Bedürfnissen, Vorlieben und Ideen einrichten , fühlen wir uns wohl und zuhause.

Damit unser Zuhause zu unserem persönlichen Ruhe- und Kraftpool werden kann, ist es wichtig, dass wir uns bewusst werden, womit wir uns umgeben. Denn alles steht in Resonanz zu uns.

  • Nehme ich das Bett aus der vergangenen Beziehung mit ins neue Heim?
  • Hat der alte Schrank noch seine «Platz-Berechtigung» oder steht er einfach da, weil ich mich meiner Tante dazu verpflichtet fühle?
  • Gefällt mir die Vase meiner Schwester wirklich, oder lasse ich sie einfach stehen, weil sie ein Geschenk war?
  • Wird der Schreibpult im Kinderzimmer wirklich gebraucht, oder nimmt er nur Platz weg?
  • Gefällt mir die Farbe an der Wand, oder wäre es schon lange an der Zeit die Wand aufzufrischen?

Es lohnt sich, wenn man sich solche oder ähnliche Fragen ganz bewusst stellt und je nachdem die Konsequenzen zieht. Diese Befreiung ist der erste Schritt zur bewussten Raumgestaltung und ein wichtiger Schritt um sich in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen.

Sie werden lächeln und spüren wie der Raum zurücklächelt.


Buchtipps:

– Energetische Raumgestaltung, Harald Jordan, AT Verlag
– Räume der Kraft schaffen, Harald Jordan, Verlag Hermann Bauer

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